Vorschläge zum Gleichstellungsgesetzt

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Rebecca Lefèvre. Ich bin eine behinderte Frau, Autistin mit ADHS und Mastozytose.

Seit mehreren Jahren setze ich mich für die Sichtbarkeit von Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen ein – nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern aus Notwendigkeit.

Ich hätte mir gewünscht, diesen Weg nicht gehen zu müssen. Doch es gibt derzeit keine Alternative.

Ich habe mit meinem Team hunderte Vorträge gehalten, unzählige Gespräche geführt und Tag und Nacht analysiert, welche strukturellen Muster fehlen und warum bestehende Regelungen Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen nicht erreichen. Dieses intensive, nicht abschaltbare Denken ist Teil meiner Behinderung – und zugleich der Grund, warum ich die bestehenden Lücken so klar sehe.

Ich würde politische Prozesse gern beratend begleiten. Dafür bräuchte es jedoch Strukturen, die invisible Barrieren und die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen systematisch wahrnehmen und einbeziehen. Diese Strukturen existieren derzeit nicht ausreichend.

Ich habe Überforderung, Suizid und Aufgabe erlebt – persönlich und in meinem Umfeld. Letztendlich durch unendliche schreckliche Studien die ich durch meine Arbeit in der Nationalen Suizidprävention voranbringe. Zu viel, um einfach aufhören zu können. Deshalb bitte ich Sie eindringlich, eine Reform für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen auf den Weg zu bringen. Ziel muss es sein, dass Betroffene sich um sich selbst, ihre Kinder und ihre Angehörigen kümmern können – und nicht dauerhaft kämpfen müssen, um überhaupt gesehen zu werden.

Als Autistin erkenne ich Muster, die nicht immer sofort verständlich sind. Meine Kommunikation ist mitunter sehr direkt, manchmal impulsiv, dann wieder strategisch. Ich verstelle mich inzwischen dabei bewusst nicht. Ich halte es für notwendig, dass Institutionen lernen, mit neurodivergenter Kommunikation umzugehen – denn mit Wissen und Verständnis ist dies nicht nur möglich, sondern bereichernd.

Ich habe meine Überlegungen strukturiert zusammengetragen und anschließend mithilfe von KI prüfen lassen, ob diese juristisch nachvollziehbar sind und ob es rechtliche Anknüpfungspunkte gibt.

Ich bin keine Juristin und habe kein Studium absolviert. Ich sehe Muster, Widersprüche und Leerstellen. Auf dieser Grundlage gehe ich davon aus, dass die derzeitige Novelle den eigenen gesetzlichen und menschenrechtlichen Ansprüchen nicht vollständig gerecht wird, und hoffe daher auf eine ernsthafte Überarbeitung.

Mit freundlichen Grüßen

Rebecca Lefèvre


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